Betriebssicherheit

Die Verfügbarkeit einer WKK-Anlage ist etwas tiefer als diejenige einer üblichen Notstromgruppe. Falls eine höhere Sicherheit gefordert ist, kann die WKK-Anlage in mehreren Modulen geplant und installiert werden – wie bei Notstromanlagen. Die WKK-Anlage ist aber – im Unterschied zu einer "reinen" Notstromanlage – dauernd im Einsatz und kontinuierlich gewartet.

Verfügbarkeit     

Die Verfügbarkeit von WKK-Anlagen wird durch die störungsfreie Betriebszeit und den Zeitaufwand zur Behebung der Störung bestimmt. Gute Anlagen, wie sie durch Weiterentwicklung möglich waren, erreichen Verfügbarkeitswerte von 98 % und 99 %.

Notkühlung

Für den Notstrombetrieb muss eine WKK-Anlage mit einer Notkühlung oder einem Speicher ausgerüstet sein, um auch bei mangelnder Wärmeauskopplung betriebsfähig zu sein.
Notstromanlage     Besondere Bedeutung hat die Verfügbarkeit, wenn WKK-Anlagen auch der Notstromversorgung dienen. Ein Höchstmass an Verfügbarkeit bieten dabei lagerbare Brennstoffe wie Dieselöl oder Propangas. Aber auch bei Erdgas versorgten WKK-Anlagen reduziert sich die Verfügbarkeit nicht oder nur unwesentlich, weil Gas- und Elektrizitätsversorgung kaum gleichzeitig ausfallen – in den letzten 20 Jahren war dies jedenfalls nie der Fall. Um auch dieses Risiko zu minimieren, sollten Gas- und Stromleitung aber mit einem ausreichenden Abstand ins Gebäude geführt werden.

Laufzeit pro Start

Der Zusammenhang zwischen Laufzeit je Start und Ausfallrate ist signifikant: Längere spezifische Laufzeiten erhöhen die Verfügbarkeit der Maschine. Starts sind für die Anlage eine höhere Belastung als der reguläre Betrieb. Das Speichervolumen muss so gross sein, dass eine minimale Laufzeit von 1 Stunde pro Start in jedem Fall gewährleistet ist. Startet ein Otto- oder Dieselmotor, muss mit dem gleichen Verschleiss wie bei fünf Betriebsstunden gerechnet werden. Eine Gasturbine verschleisst bei einem Start sogar gleich stark wie bei 25 Betriebsstunden.

Wärmeverbund     

Verbraucher eines Wärmeverbundes müssen bezüglich Systemtemperaturen, Wassermengen und Regelung sorgfältig angepasst sein. (Zu hohe Rücklauftemperaturen reduzieren die Verfügbarkeit einer Anlage.)

Sommerbetrieb     

Der Sommerbetrieb einer WKK-Anlage in Wohnbauten ist zu hinterfragen. Selbst bei grosszügigem Speichervolumen ergeben sich mitunter nur kurze Laufzeiten pro Start und die niedrigen Rückspeisetarife bei gleichzeitig hohen Grenzkosten für Brennstoffe und Wartung sprechen auch für eine sommerliche Betriebspause. Dabei sind die kurzen Laufzeiten und die hohen Speicher- und Leitungsverluste zu berücksichtigen.

Betriebsjournal

Ein ausführliches Betriebsjournal mit Angaben zu den Störungen, den Service- und Reparaturarbeiten ist eine ergiebige Entscheidungsgrundlage für technische und betriebliche Verbesserungsmassnahmen. Die Führung eines Betriebsjournals erleichtert die Ortung von Schwachstellen. Die Störungen sind nach Zeitpunkt, Dauer, Ausfallart, betroffenem Systembereich und technologischer Relevanz zu differenzieren. Die Regler der Anlagen müssen periodisch überprüft und allenfalls eingestellt werden. Änderungen an den Einstellungen sind tunlichst zu protokollieren.

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