Objekt     

WKK-Anlagen sind für alle Bauten und Anlagen geeignet, in denen sowohl Strom als auch Wärme genutzt wird. Wesentlich ist, dass die Wärme fachgerecht und vollständig genutzt werden kann (im Kanton Zürich ist dies vorgeschrieben). Ungeeignet sind dagegen Objekte mit saisonal beschränkten Betriebszeiten.
Geeignete Objekte für WKK-Anlagen sind insbesondere Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Wohngebäude, bestehende Wärmenetze, lokale Wärmeverbundsysteme, Kläranlagen, Abwasserreinigungsanlagen, Deponien, Gastgewerbebetriebe, Hotels, Gewerbe- und Industriebetriebe, Nahrungsmittelindustrie, Verwaltung, Banken, Versicherungen, Hallenbäder, Schulen, etc

Grobabklärung     

Eine positive Einschätzung der Eignung führt zu einer Grobabklärung, die in jedem Fall durch einen WKK-Spezialisten erbracht werden muss. Stellungnahmen von einem Ingenieurbüro sind unbedingt im Zusammenhang mit einem allenfalls vorgesehenen haustechnischen Konzept abzugeben. Der Haustechnikplanung beziehungsweise WKK-Anlageplanung muss also ein übergeordnetes Energiekonzept vorausgehen, in dem der Energiebedarf des neuen oder sanierten Baus oder Prozesses quantifiziert ist.

WKK-Potenzial in der Schweiz / Planungsgrundlagen     

Der WKK-Fachverband hat das Potenzial von WKK-Anlagen in der Schweiz untersucht. Im kleinen Leistungsbereich von unter 20 kW – der einen Anteil von über 50% aufweist – liegt naturgemäss das grösste Volumen. Die Auswertung basiert auf den 50'000 in den letzten Jahren installierten Anlagen. 
 WKK-Potenzial in der Schweiz (D), Édition française (F)


Raumverhältnisse     

Eine bestehende Heizzentrale ist in der Regel ausreichend gross, um die WKK-Installationen aufzunehmen. Allenfalls kann eine WKK-Anlage und ein Spitzenkessel getrennt in zwei ehemaligen Heizzentralen untergebracht werden. Falls eine evaluierte Anlage nicht realisiert wird, ist ausreichend Platz für eine allfällige spätere Installation vorzusehen.


Brennstoff     

Für WKK-Anlagen sind Erdgas, Propan, Heizöl und Biogas (Klärgas oder Gas aus der Vergärung von Mist oder Grünabfällen) als Brennstoff gut bis sehr gut geeignet. Weitere Brennstoffe: Deponiegas, Butan, Benzin. Ein Gemisch aus Erdgas und Heizöl wird bei Zündstrahlmotoren eingesetzt. Butan, Holzgas und Benzin sind als Brennstoff für WKK-Anlagen noch nicht Stand der Technik.


Temperaturniveau     

Einfache Blockheizkraftwerke lassen sich nur bei Temperaturen unter 90 °C betreiben. Dampf- und Heisswasseranlagen verlangen Temperaturen zwischen 90 °C und 115 °C. Der Dampfleistungsbedarf lässt sich oft reduzieren und mit einem Heizkessel separat erzeugen, damit kann der Rest über die WKK abgedeckt werden (exergetische Differenzierung). Die übrigen Verbraucher können mit 70 °C versorgt werden; Verteilverluste, Wirkungsgrad und Betriebskosten sind niedriger.


Notstromversorgung     

Eine Wärmekraftkopplungsanlage kann auch zur Notstromversorgung und zur Blindstromkompensation vorgesehen werden. Sinnvollerweise werden diese Synergien frühzeitig evaluiert.

Dampfbedarf     

Bei grossem Dampfbedarf ist eine Gasturbine die Lösung, weil dadurch Dampf mit einem Druck von 8 bis 12 bar erzeugt werden kann.

Rückspeisung des Stromes     

Der Strom kann in eine Unterverteilung, Hauptverteilung oder Trafostation eingespeist werden. Für Einspeisung und Überwachung bestehen Vorschriften der Werke. Es empfiehlt sich, frühzeitig mit dem Elektrizitätswerk Kontakt aufzunehmen! Gemäss Energienutzungsbeschluss wird der Anschluss einer Wärmekraftkopplungsanlage an das Netz vertraglich geregelt. Den Inhalt des Anschlussvertrages legt das Elektrizitätswerk fest.

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlichkeit ist für viele Investoren eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Installation einer WKK-Anlage. Diese Wirtschaftlichkeit wiederum ist von fünf mehr oder weniger stark variierenden Faktoren abhängig: Von den Investitionskosten, von der präzisen Auslegung, von den vermiedenen Stromkosten beziehungsweise den Erträgen aus dem Verkauf des Stromes, von den Wartungskosten und schliesslich von den Brennstoffkosten.


Empfehlung des EVED     

Das EVED (Eidgenössisches Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement) empfiehlt für regelmässig erzeugten Strom aus nicht erneuerbare Energien nutzenden Anlagen von Selbstversorgern eine Vergütung auf der Basis des Wiederverkäufertarifs der nächsthöheren Spannungsebene, abzüglich einer Abgeltung für die Aufwendungen zur Konsumanpassung. Höhere Vergütungen sind möglich. Diese Empfehlung richtet sich gemäss Art. 7 Abs. 2 des Energienutzungsbeschlusses nach den Bezugspreisen für gleichwertige Energie aus dem regionalen Übertragungsnetz. Ist kein Wiederverkäufertarif im regionalen Übertragungsnetz vorhanden, so kommt ein um die Infrastrukturkosten korrigierter Grossbezügertarif zur Anwendung. Der Gleichwertigkeit der Energie wird durch die Abgeltung des Regelaufwandes zur Konsumanpassung, den die übergeordneten Versorgungsunternehmen erbringen, Rechnung getragen. Für Anlagen mit einer elektrischen Leistung unter 1 MW beträgt der Abzug 14 Prozent. Für Anlagen mit einer elektrischen Leistung über 1 MW kann dieser Abzug differenziert vom Elektrizitätswerk bestimmt werden und die Reservestellung und Randzoneneffekte berücksichtigen. Für Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 1 MW wird empfohlen, den Leistungspreis mit einer Benutzungsdauer von 5000 Stunden auf die drei Zeitzonen Winter Hochtarif, Winter Niedertarif und Sommer Hochtarif umzulegen. Andere Umlegeverfahren sind möglich, wobei Anlagen bis 1 MW dadurch nicht benachteiligt werden sollen. Bei grösseren Anlagen können andere Faktoren berücksichtigt werden.

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