Es war eine Industriebrache. 40’000 Quadratmeter gross. Ein ehemaliges Aluminiumwerk, Ende der 1990er-Jahre vom Konkurs überrollt. Ein verschachteltes Konstrukt, Werkstätten, Produktionsflächen, Büros, Lagerräume. Die einzelnen Gebäude scheinbar aus dem Augenblick hochgezogen, mit weitgehend ungepflegter, schlechter Bausubstanz. Eine schlummernde Insel im Industriequartier Münchenstein. Öd. Die Melancholie des Nutzlosen.

Doch dann kam die Wende. In den letzten gut zehn Jahren sind mehr als 50 neue Mieter eingezogen. Aus allen nur denkbaren Branchen, vom Einmannbetrieb bis zum Grosshandel. Autoreparaturen und Meditationszentren, eine logopädische Praxis und eine Reinigungsfirma, ein Fotoatelier und ein Fitnesscenter, ein Schlüsselservice und ein Architekturbüro, und, und, und. Eine quirlige Vielfalt, sichtbar in der Kreativität der Areal- und Fassadengestaltung. Jedes Unternehmen mit seinen individuellen Ansprüchen.

Individuelle Ansprüche: Die logopädische Praxis benötigt weniger Strom als die Autowerkstatt. Im Fitnesscenter wird warm geduscht, nicht zu knapp; im Fotoatelier ist das kein Thema. Im Meditationsraum erwarten die Menschen wohlig warme Temperaturen; die Besucher des Fitnesscenters haben andere Ansprüche. Ursprünglich sorgten fünf Ölheizungen und ein Gaskessel für angenehme Wärme im Aluminiumwerk. 

Das Blockheizkraftwerk nutzt Erdgas als Brennstoff; das Areal war bereits an das Erdgasnetz angeschlossen. Der Wirkungsgrad dieser Anlage beträgt über 90 Prozent pro Jahr. Im Vergleich dazu haben Kernkraftwerke einen Wirkungsgrad von ungefähr 35 Prozent. Um die 65 Prozent verpuffen sie in die Luft oder leiten sie über Kühlwassersysteme den Gewässern zu. Also: weniger Gasverbrauch und weniger Schadstoffe als bei herkömmlichen Heizungen. Für Appenzeller ist klar: «Die Effizienzsteigerung ist der wichtigste Schritt für den Klimaschutz. – Ohne Atomstrom!»

 Unter BusinessMind ist ein neuer Artikel zum Thema erschienen.

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